Western Spaghetti oder Kuchen

30 Okt

So. Das hat ja alles ganz super geklappt. Nämlich gar nicht! Nagut, ich hab tatsächlich einen kleinen Teil meines Zimmers aufgeräumt – aber ehrlich gesagt nicht aus gutem Vorsatz, sondern einfach nur aus Gemeinseinheit. Ich war nämlich echt sauer auf jemanden, der das genauso macht wie ich – der sagt nämlich Sachen, die dann nicht passieren. Bei ihm ärgert mich das dann sehr. Um mich von dem abzulenken hab ich Sachen von A nach B geräumt. Irre. An dieser Stelle möchte ich darum bitten, dass mich heute doch noch irgend jemand anruft und mich so richtig schön zur Weißglut bringt, damit ich heute endlich was schaffe! Das funktioniert ja anscheinend ganz gut…
Ich hab gestern trotzdem noch was gemacht, was ich unter Sachen machen verbuchen würde. Nämlich einen Apfelkuchen gebacken. Und der schmeckt übrigens ganz super. So nach Tatendrang und guten Vorsätzen und so. Deswegen ess ich jetzt noch ein Stück und dann gehts los. heute nur Aufräumen und Schule…vielleicht klappts dann.
Sport frei!

Ich habe noch eine Empfehlung: PES! Ich liebe PES! Guckts euch an und bitte auch die anderen. Ich warte jetzt noch auf den Anruf, damit ich so richtig loslegen kann und dann…holla, die Waldfee! Tschüssn.

Sachen, die ich mache, wenn ich Sachen nicht mache

29 Okt

Es gibt ja total blöde Sachen auf der Welt – da steht an erster Stelle Krieg. Und weil der soviel kaputt macht steht der an zweiter Stelle gleich noch mal. An dritter Stelle steht die WM 2006 (sagt Tino) ich sag Nazis, die find ich nämlich auch blöd. Aber dagegen gibts jetzt auch schon Therapien. Da muss man nur mal bei RTL anrufen und sagen, das man ein Problem mit seinen Ausländern hat und schwupp ist man im Boot-Camp. Danach kommen gleich Schlangen. An fünfter Stelle steht “Eiskalte Engel” und irgendwann danach kommt Senf. Bis dahin bin ich mir ziemlich sicher. Und dann wirds auch schon schwierig. Natürlich könnt ich sagen, ich find Lügen und unerwiderte Liebe und Hass total doof, aber das finden ja alle doof und ich außerdem nur situationsbedingt. Also mach ich das nicht.
Es gibt allerdings Menschen um mich herum, – die kürzlich vorgestellten Raumerfrischer -, die immer alles ganz take-it-easy finden und sagen dass man doch mal Abspannen soll, nicht immer alles so verbissen sehen soll und, ich zitiere “auch mal an die schönen Sachen im Leben denken soll”… [das ist übrigens einer der Gründe, weshalb man sie manchmal direkt hinter den Nazis auf der oberen Liste findet] Aber nun gut. Dann mach ich das jetzt mal. Los gehts.
Auf Platz eins steht heute meine Couch und da das so ähnlich ist wie mit dem Krieg nur in gut, würde ichs am liebsten auch noch auf Platz zwei setzen. Weil ich aber nicht total eintönig und langweilig sein will, mach ich das nicht und schreib da lieber Schlafen hin, denn das find ich auch total gut. Auf Platz drei steht heute Frühstücken. Das find ich allerdings nur gut, wenn es weit nach neun Uhr passiert. Dann kommt Sachen machen. Obwohl das momentan eigentlich auch Platz eins sein könnte, denn jedes Sachen machen ist momentan ein Highlight! Eine Definition von Sachen machen finde ich momentan zu schwer, deswegen einfach eine kurze Auflistung, davon was ich mache, wenn ich Sachen nicht mache: Emails schreiben, rumliegen, Youtube auskundschaften, fernsehen, schlafen, rumliegen, chatten, telefonieren, malen, SMS schreiben, Computer spielen, rumliegen.

Und weil ich das gerade ganz erschreckend finde, mach ich jetzt lieber noch schnell eine Liste mit Sachen die ich sinnvoller finde, die ich heute mache und an denen ich bestimmt einen Mordsspaß haben werde! So.

  1. Aufräumen meines Arbeitszimmers [Hier siehts nämlich aus als hätte ich drei Wochen lang Sachen gemacht, die ich mache, wenn ich keine Sachen mache! Da freu ich mich jetzt schon ganz doll drauf, weil ich das schon früher immer so gern gemacht habe!]
  2. Schulsachen machen [Ich hatte mir insgeheim vorgenommen, den Computer heute nicht mehr anzumachen um den Sachen die ich mache, wenn ich Sachen nicht mache aus dem Wege zu gehen... ich werde morgen berichten ob das funktioniert hat, denn dafür brauch ich den PC. Und zwar wirklich! Naja - jedenfalls freu ich mich da auch total drauf und das wird bestimmt sehr lustig!]
  3. Fenster putzen [Da kann man nämlich gar nicht mehr so gut durchgucken. Das wird sicher ein Heidenspaß! Super!]
  4. Abendbrot zubereiten [Das hab ich in letzter Zeit sehr, sehr selten gemacht. Deswegen freue ich mich um so mehr, dass ich das heute machen werde. Juhu!]

Dafür dass ich in letzter fast nur Sachen gemacht hab, die ich mache, wenn ich Sachen nicht mache finde ich die Liste heute sehr lang und sehr spießig. Aber da ich ja jetzt auch gerade Sachen mache, die ich – und so weiter – hör ich jetzt hier auf und werd mal wieder so richtig Sachen machen! Damit ist “Sachen die ich gut finde…” sehr sinnvoll verstorben, aber ich werde es irgendwann mal wieder aufgreifen… vielleicht im Frühling – da macht das mehr Sinn.
Also. Hipp-hipp-hurra und Adé.

 

28 Okt

Weils so schön ist und ich heut so wortkarg, sag ich einfach nichts weiter.

Ampeln

27 Okt

Erst ruft man an, also nicht man, sondern ich. Bis dahin ist das Ganze ganz einfach. Wenn einer rangeht, dann ist das meistens eine Frau und die sagt das sie mit zur Familie gehört und das stimmt aber gar nicht und das weiß sie ganz genauso gut wie du. Dann sage ich,  dass ich gerne heute noch vorbeikommen möchte und die Frau sagt dann ob das geht oder ob sie erst noch ihren Kaffee trinken und ihre Stulle essen möchte und ich dann erst am nachmittag kommen soll oder dass das gar nicht mehr geht oder ganz schon knapp wird oder dass ich mich dann jetzt aber beeilen muss. Zu mir hat sie jetzt gesagt das geht. Also gehe ich auch. Ich war lange nicht mehr da, deswegen muss ich jetzt schon einen Schal ummachen und mir Geld ins Portemonnaie stecken. Beim gehen verändert sich ganz viel. Ich überlege was ich sage – und vor allem wie, denn das ist wichtig. Wenn der Körper nicht mehr kann ist das nicht so schlimm, aber wenn der Kopf nicht mehr kann, dann ist das scheiße. Meiner kann gerade nicht. Wenn man so geht, also ich, übt man Sätze bilden mit Wörtern, die man nachher irgendwann sagen will. Grob hab ich jetzt alles beisammen und hoffe einfach dass ich nachher nichts vergesse. Ich überleg mir das mehr spontan zu machen. Ich schaff das schon. Jetzt hab ich noch einen Moment Zeit über was anderes nachzudenken. Meine Gedanken gehen jetzt auch, nämlich zur Ampel. Ich bin noch ein bisschen von ihr entfernt. Ich geh extra ein bisschen schneller um noch bei grün rüber zu gehen. Meine Gedanken machen das auch. Scheiße. Rot. Der Tag ist gelaufen. Noch zwei Minuten mehr in denen man nachdenken muss. Ich verfluche die Stadt und gleichzeitig die Möwen, die jetzt zwei Minuten länger die Chance haben mir auf den Kopf zu kacken. So. Grün. Da vorne ist es. Kurze Gedankenkontrolle… Alles wieder vergessen. Mist. Später noch mal sortieren. Jetzt erstmal Tür auf, Tür zu, Treppe rauf und dann endlich: Anstehen. Das geht schnell. Alle die vor mir standen haben Treppe runter, Tür auf, Tür zu gewählt oder sitzen jetzt. Ich erzähl der Frau, dass ich gerade angerufen habe. Sie sagt “Okay” und fragt mich ob ich schon bezahlt hab. Ich sag “Nee” und geb ihr mein Geld und meine Plastikdaten. Das findet sie gut und zeigt mir das mit ihrer Hand, die auf ein bis drei große graue Plastikstühle zeigt. Ich entscheide mich für den, von dem aus ich die nächste Tür sehen kann. Außerdem für einen ohne Sitznachbarn, da hab ich jetzt nämlich gar keine Lust drauf. Mir wird klar, dass das hier noch dauern kann. Aber die wissen das wohl auch und ich greife zu einer Zeitung die nicht an mich adressiert ist. Mich zu entscheiden fiel mir schwer. Hier gibts nämlich Zeitungen, in denen schlaue Sachen stehen, die erklären was gerade in der Welt los ist und andere, die zeigen wie schön schwedische Gartenhäuser sind und welche Gartenzwerge am besten dazu passen. Ich mag die Gartenzwergzeitungen sonst eigentlich lieber, weil da alles so schön heileweltmäßig ist. Da gucke ich dann rein und find alles hübsch und die Gedanken spielen trotzdem wilde Sau. Das fand ich blöd, deswegen entschied ich mich für eine mit Text, damit mein Kopfkrieg kurz Sendepause hatte. Die war auch mit Krieg. Im Hintergrund große rote Flammen, vorne ein schwarzer Mann mit Helm und Gewehr und was von über hunderttausend Toten und das ja immer noch kein Frieden ist und darüber brannte das Wort “Irak” ab. Irgendwann, als ich mitten in den Irakprotokollen war, fiel mein Name und das Chaos war wieder da. Die Frau zeigt mit ihrer Hand auf den nächsten grauen Plastikstuhl. Diesmal aber in einem anderen Raum. Ohne Zeitungen und mit einem Kopf voller Krieg setzte ich mich. Alles was ich hörte war nur der Moderator von nebenan. Anscheinend war die Sendung zu Ende. Das einzige was fehlte waren klatschende Zuschauer. Aber vielleicht war es nicht zum klatschen. Während die Schritte des Moderators den einen Raum verließen und in den anderen gingen, wusste ich dass ich auch nicht klatschen würde. Sie gingen in den mit dem grauen Stuhl und der Frau mit dem Kriegeskopf. Die nächste Sendung begann. Der Moderator setzte sich auch, aber nicht auf graues Plastik, sondern auf schwarzes Leder und stellte Fragen. Durch den Krieg (und zwar nicht den aus der Zeitung) fiel es mir schwer die richtigen Worte zu finden und ich ärgerte mich, dass ich nicht das Gartenzwergheft genommen hatte. Er rutschte mit seinem Drehstuhl und seinem Ohr ganz nah an mich ran. Was mir signalisierte das meine Lautstärke noch nicht der Sendung angemessen laut war. Ich redete immer noch durcheinander, aber lauter. Er saß da und grinste und ich wurde stinksauer. Ich sagte ihm alles was in meinem Kopf so umherwirbelte. Er schimpfte über Zettel die ich nicht hatte und fand das alles wohl sehr lustig, was ich daraus entnahm dass er immer noch grinste. In meinen Augen stieg der Wasserstand. Ich sagte dass er total gemein und unfähig war diese Sendung zu moderieren und das er seinen Beruf verfehlt hat, der dumme alte Sack. Außerdem ist er total aufdringlich und respektlos und dass er eine Visage hat bei der sich mir gerade der Magen umdreht. ich diese Zettel leider nicht bei mir habe, mich aber bemühen werde sie so schnell wie möglich zu besorgen. Ich brauchte auch einen Zettel von ihm, den er mir nicht geben wollte, da hätte ich am liebsten ganz laut geschimpft. Mit gesenkten Kopf verließ ich ohne Applaus das Studio. Jetzt war der Kopfkrieg ganz schlimm, da halfen auch keine mitleidigen Blicke von Frauen hinter Tresen. Das einzige was ich mir wünschte war Schnaps und eine Zigarette und für beides gab es noch einen langen kopfgesenkten Fußweg nach Hause. Mit drei roten Ampeln. Da man Tränensäcke nicht an Ufer stapeln kommte, brach der Damm und mit ihm jede Menge Wasser aus mir. Ich fand einfach alles und jeden scheiße. Außer einen und meine Zigarette. Der eine hilft immer, wenn bei mir wieder Krieg ist. Er hat nicht sieben Buchstaben, wie der Schnaps, sondern für mich nur drei  – und zwei Arme.

Danke.

Traurigkeitsmatsch

26 Okt

Er betrat die Bühne und sah so aus wie man sich eben so einen und genau so einen vorstellte. Viel zu große Schuhe. Rot. Weite gestreifte Hosen, mit Hosenträgern versteht sich. Ein Jackett mit viel zu kurzen Ärmeln, ein Gesicht unter dem man kein anderes mehr vermuten kann und will. Sonst wär nix mehr so lustig. Haare oder wahrscheinlich mehr eine Perücke. Rot und lockig. Eine rote Schaumstoffnase. Und wie die Leute lachten… Mit weit aufgerissenem Mund wischten sie die Tränen aus den Augen. Andere schlugen sich auf die Schenkel als gäbe es kein Morgen mehr. Es war wieder ein voller Erfolg. Er verbeugte sich zum zigsten Mal und stolperte. Das war dann alles wieder total lustig und wenn der Vorhang bis heute noch nicht gefallen wär, dann würden die Leute wahrscheinlich auch immer noch lachen. Ist er aber. Und jetzt saß er da. Zufrieden, stolz, selbstbewusst schaute er auf  seinen letzten Auftritt zurück. Nicht. Denn es war so als hätte das Publikum das alles einfach weggeklatscht. Er war mehr ein Häufchen Elend, das sich nur durch die letzten Kraftreserven noch mit der rechten Pobacke auf dem Bühnenrand hielt. Wasser lief ihm übers Gesicht und vermischte die Farben in seinem Gesicht und landete mit einem viel zu leisem Platschen auf dem Boden des Theaters. Es war braun, nicht erdenbraun oder bärenbraun, sondern mehr so leere-DDR-Kantinenbraun. Das einzige was verriet das es das nicht war, waren die feinen Glitzerpartikel, die diesem Traurigkeitsmatsch irgendwie noch ein bisschen Glanz verliehen. Der Saal war ja nun auch leer, nur noch ein paar alte Kaugummis, Rotweinflecken und Bonbonpapier ließen vermuten, das hier mal das Leben tobte. So ähnlich fühlte er sich jetzt auch – leer, samt Kaugummi und Rotweinflecken. Da half auch kein Wisch-und-Weg-Papier und kein Theaterpraktikantenarm. Er schämte sich für den Traurigkeitsmatsch, der nun auch auf sein Jackett platschte. Er betrachtete sich. Die viel zu großen Schuhe, – als könnte er je über sich hinauswachsen. Pff. Die Perücke. Darunter befand sich nur noch ein Haarkranz, der betonte das da eigentlich kein Haar mehr ist. Die rote Schaumstoffnase, die immer noch Traurigkeitsmatsch vom letzten Auftritt hatte. Auf der Bühne fällt er hin, stolpert, läuft gegen fiktive Fensterscheiben. Alle Lachen. Im letzten Herbst ist einer aus dem Publikum hingefallen, der war vielleicht sieben. Da wollte er auch mal lachen. Ganz laut mit auf die Schenkel schlagen. Aber der hatte was. Es war ein Wort was auch schon fast lustig war:  Osteogenesis imperfecta. Der ist dann gleich gestorben und das war dann gar nicht mehr lustig. Die anderen fanden das auch. Er verlor seinen Job. Dabei hat er das früher so gerne gemacht in dem großen Haus ohne Rotweinflecken und Kaugummi, ganz steril. Nun bezahlt er mit jedem Auftritt sein Lachen ab, wegen einmal selber Lachen. Die haben gesagt das ist unterlassene Hilfeleistung und außerdem makaber. Er hat gesagt, dass es ihm leid tut. Mit seinen Traurigkeitsmatschflecken auf dem Jackett.

Hundescheiße-Worte

25 Okt

Mir gehts gut. So sagt man das doch auf der Straße. Man geht ja auch gut, mit den Beinen und Füßen und so. Und man muss das ja auch sagen, damit die anderen auch gut gehen. Nämlich endlich weiter. Der Kopf geht nämlich eigentlich gar nicht so gut. Manchmal ist das so mit Füßen und Hundescheiße – nur eben am Kopf. Da bleibt man dann mit seinem Ohr an etwas hängen, was man gar nicht so gerne mag. Und dann stolpert man mit seinem Ohr und liegt genau da drin. Das sind dann nämlich die Hundescheiße-Worte. Dann gucken sich die Augen um, ob das einer gesehen hat, weil man mit Hundescheiße-Worten ja auch eher gar nicht gut umgehen kann. Da kann man nicht einfach eine Tüte nehmen und die Hundescheiße-Worte reinpacken und zudrehen, so dass sie nicht mehr stinken. Die stinken den ganzen Tag, direkt im Ohr. Manchmal wenn man andere Gut-Geher trifft, dann stinken die nicht mehr so schlimm. Aber wenn man wieder allein ist, dann stinken die wie die Hölle. Noch schlimmer. Und wenn man dann schon gar nichts mehr riechen kann außer die Hundescheiße-Wörter, dann fängt man an zu heulen um die wegzuspülen. Aber das geht gar nicht so einfach, weil da nicht gerade viel Heule durch das Ohr geht. Und außerdem stinkt man dann oft selbst. Und wenn die anderen das irgendwann riechen, dann machen sie einen großen Bogen um dich oder kommen dann mit ihren blöden Raumerfrischer-Worten um die Hundescheiße-Worte zu übertünchen. Das geht aber nicht. Denn dann stinkts nach blödem Raumerfrischer und blöder Hundescheiße. Und diese Kombination ist meistens noch viel übeler als die Hundscheiße an sich. Aber das merken die Raumerfrischer-Menschen nicht. Was man dann braucht, ist einer der da mit dem Ohr auch schon hängen geblieben ist. Wenn der sich auch schon mal ganz matschig gefühlt hat, weil er da auch reingefallen ist, ist das noch besser. Der weiß dann manchmal auch wie das geht mit dem Wegstinken. Manche haben das auch studiert. Das mit dem Matschgefühl im Kopf und den Hundescheiße-Worten und wie das dann wieder weg geht. Das sind dann Hundescheiße-Ärzte. Die wollen aber nicht das man sie so nennt. Die machen einen Handgriff und ziehen die Scheiße da einfach raus. Das dauert manchmal bisschen, die sagen dann 2 Therapieeinheiten oder so. Wenns ganz große Hundescheiße ist, dann dauerts manchmal auch noch länger. Dann sagt der Dr. Hundescheiße auch ab und zu ganz viele Johanniskraut-Worte und das tut dann gut. Manchmal bleibt dann noch ein Rest Scheiße, dann kann man noch ein bisschen Heule nachschieben, drei Tage stinken und dann ist der weg, manchmal fängts auch immer mal wieder kurz an zu stinken. Das ist dann aber nicht so schlimm, denn dann riecht das nicht mehr so wie frische Sommerhundescheiße-Worte, sondern eher nur ganz wenig, – wie eiskalter Winterhundescheiße-Worte. Ich grüße die blöden Raumerfrischer und den Blödmann, der da die doofen Hundescheiße-Wörter hingelegt hat und wünsche ihm von ganzen Herzen, dass es ihm auch mal ordentlich aus beiden Ohren stinkt. Tschüssi.

Waschfrauen

24 Okt

Geh. Ich hab gesagt du sollst die blöde Tasse mitnehmen. Die kann ich nämlich auch nicht mehr sehen. Tassen mit Nasen und hässlichen Augen haben in meinem Schrank keinen Platz. Das ist ja gerade so als würde die die anderen Tassen beobachten, die alle verschämt wegsehen, weil ihnen der Henkel abgebrochen ist oder die sonst irgendwie kaputt sind. Und kaputt bin ich auch. Und mich guckst du auch so an. Du und deine Nase mit deinen schönen Augen. Jawohl. Aber das heißt jetzt gar nichts hier. Und das Telefon. Vergiss das Telefon nicht. Das kann ich nämlich auch nicht mehr hören. Das ist ja eh immer für dich. Und wenns für mich ist, ist es höchstens das Bafög-Amt und die kann ich ja auch nicht mehr hören, also ist das wahrscheinlich ganz gut so – das mit dem mitnehmen. Es sei denn du willst mal anrufen… Aber dann würde ich ja auch gar nicht rangehen, weil ich denken würde es ist das Bafög-Amt. Außerdem hast du ja noch meine Handynummer. Aber die kannst du auch gleich löschen, denn wenn du das Telefon sowieso schon mitnimmst versucht mich das Bafög-Amt über mein Handy anzurufen und dann geh ich ja auch nicht ran. Die Couch kannst du später abholen. Oder gleich. Ich sitz mit meiner Schmusedecke ja sowieso lieber auf meinem Stuhl und guck Tatort. Außerdem hab ich ja noch meine Isomatte und die ist schließlich auch kuschelig! Denk an deine staubige Stereoanlage. Das hat mich sowieso schon immer gestört. Immer wenn du die an hattest konnte man von den vorbeifahrenden Autos ja eh nichts hören. Dabei wohnen wir doch nun extra an der Autobahn. Dein Kühlschrank versperrt da übrigens auch noch die schöne weiße Wand in der Küche. Den Platz hätte ich persönlich ja auch besser genutzt. Mit einem Poster. Mit dir und mir und dich schneid ich dann einfach weg. Da seh ich nämlich so schön glücklich aus und wenn die vom Bafög-Amt mal vorbeikommen, dann können die gleich sehen dass ich gar nicht immer so unglücklich bin, wie ich am Telefon klingen würde, wenn ich eins hätte. Und sowieso – wer einen Kühlschrank hat muss sich ja auch nicht über die hohen Stromkosten wundern und über den Klimawandel und so. Ich ess dann eben einfach mal so Brot. Ohne alles. Oma hat immer gesagt “Trocken Brot macht Wangen rot” und du hast schließlich immer gesagt ich sehe so blass aus! Ich mach mir auch mal Nudeln mit Ketchup. Aber nur der aus der kleinen Flasche, weil ich von der großen ja immer einen Rest hätte, der dann in einen blöden Kühlschrank müsste. Und ja das mit der Waschmaschine ist auch gar kein Problem. Die Sachen kann man ja auch im Waschsalon waschen. Oder einfach im Fluss und dann mit anderen Waschfrauen erzählen, die jetzt auch keinen Kühlschrank mehr haben und die kann man dann zum Essen einladen und sich mit ihnen Nudeln und eine ganze Flasche Ketschup auf der kuscheligen Isomatte teilen. Nein, die Taschentücher brauch ich nicht mehr. Du siehst ja das ich ganz emanzipiert bin und immer meinen Weg finde und jetzt auch gar nicht mehr um dich weine. Um dich und deine Nase. Falls ich doch noch mal ein bisschen traurig bin ist da noch ein großes weißes Laken im Schrank. Und wenn das dann Salzflecken hat, kann man das ja wieder im Fluss waschen mit den anderen Waschfrauen, die auch alle noch ein bisschen verheult aussehen. Ja und der Schrank. Das ist ein bisschen blöd, weil wir den ja zusammen gekauft haben. Und wenn man Sachen mit vier Beinen zersägt dann haben sie nur noch zwei und fallen um. So wie ich mit meinen zwei Beinen. Einmal den Halt verloren und bums  – sitzt man wieder am Fluss. Nimm den Schrank einfach auch mit, ich komm aus dem ganzen Gewasche und Getrockne eh nicht so schnell wieder raus und hab dann auch sicherlich viel emanzipiertere Sachen vor, als Sachen in Schränke legen und dann wieder rausnehmen. So und jetzt geh. Damit ich schnell wieder ganz glücklich werden kann und so. Und wenn ich dir nicht mehr böse bin, dann kannst du mich ja vielleicht mal anrufen, du Affe. Bis bald.

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